Das Tor zur HHLA
1 / 07.03.2010
Wie Joachim Grodecki, 50, Pförtner in der HHLA Zentrale Bei St. Annen, Gäste und Mitarbeiter des Konzerns empfängt.
Er hat schon viele kommen und gehen sehen. Joachim Grodecki. Immer freundlich, immer hilfsbereit. Ein perfekter Pförtner. Und dann hat er diese samtene Stimme. Seit 25 Jahren ist Grodecki Mitglied des HHLA Shantychors. Über 70 Lieder hat der Chor im Repertoire. Die Freddy-Quinn-Medleys gehören zu Grodeckis Lieblingsstücken. Früher sang der zurückhaltende Grodecki ausgerechnet als Solist und war gewissermaßen das Gesicht des Chors. Seit eineinhalb Jahren ist er im Pförtner-Team, empfängt wie seine Kollegen die Besucher und Mitarbeiter, wenn sie die Zentrale Bei St. Annen in der Hamburger Speicherstadt betreten.
Früh am Morgen, wenn die Telefonzentrale noch nicht besetzt ist, laufen alle Telefonate bei ihm auf, die das Unternehmen erreichen. Er nimmt eilende Kuriere freundlich in Empfang, disponiert Sitzungssäle und Dienstautos. Betreten Touristen die HHLA Zentrale, gibt er ihnen eine kleine Einführung in die Geschichte des „Rathauses der Speicherstadt”. Oder er erklärt die Feuerglocke, die prominent im Atrium der HHLA Zentrale ausgestellt ist. Mit ihr wurden früherer Feuerwehrleute zu Brandeinsätzen in den Hafen gerufen. „Für den Job am Empfang benötigt man Menschenkenntnis und muss sehr geduldig sein“, sagt der gläubige Katholik. Und man muss das Unternehmen sehr gut kennen.
Seit 30 Jahren arbeitet Grodecki für die HHLA. Seine Kollegen nennen ihn „Jockel”. Mit 20 Jahren begann er seine Ausbildung als Hafenfacharbeiter bei der HHLA. Später arbeitete er als Sanitäter, Bote, Zollfahrer. Er war einer der letzten Hilfskräfte in den Kaffeeklappen am Überseezentrum, bevor die 1997 geschlossen wurden. Wie sein Großvater und Vater vor ihm war auch „Jockel” in seinem Leben nur für ein einziges Unternehmen tätig, die HHLA. Hätte er einen Sohn, würde er auch ihm dazu raten. „In Hamburg gibt es keinen besseren Arbeitgeber” sagt „Jockel”. „Und keinen besseren Shantychor.“
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