Dem Lärm auf der Spur
10 / 08.04.2010
Wie Reinhard Prinzmeier, 59, Immissionsschutzbeauftragter der HHLA, dem Lärm im Hafen zu Leibe rückt.
Eine gehörige Portion Beharrlichkeit und Einfühlungsvermögen ist für Reinhard Prinzmeiers Tätigkeit neben fachlicher Kompetenz unerlässlich. Er setzt sich am HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB) dafür ein, Gefahren zu vermeiden und vor Lärm zu schützen. Keine einfache Aufgabe, denn die Geräuschkulisse des Stadthafens wird von Anwohnern auf der gegenüberliegenden Elbseite oft als Lärm empfunden, obwohl auch sie sich andererseits über die lebendige Hafenkulisse freuen.
„Man muss die Position der Bewohner verstehen“, findet Reinhard Prinzmeier. Lärm sind Geräusche, die die Gesundheit schädigen oder individuell als störend und belastend empfunden werden. Als Betriebsbeauftragter gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz und als Schallschutzbeauftragter berät der studierte Elektroingenieur Prinzmeier seit 2007 Geschäftsleitung, Management und Mitarbeiter des CTB. Lärmvermeidung und Lärmminderung haben bei der HHLA eine lange Tradition.
Seit über 15 Jahren entwickelt die HHLA als Mitglied des „Beirates Hafenlärm“ gemeinsam mit Vertretern einer Anwohnerinitiative, der Hafenbehörde HPA und der Umweltbehörde Lösungen zur Lärmminderung am Burchardkai. Im direkten Dialog lässt sich viel besser klären, welcher Lärm tatsächlich vom Burchardkai stammt – oft sind es ganz andere Verursacher, vor allem aber, welche Geräusche besonders nerven. Eine Fülle von Verbesserungen wurde in den letzten Jahren umgesetzt: So wurden etwa an Containerbrücken die Antriebsmotoren stufenlos geregelt und geräuscharme Getriebekonstruktionen montiert. Die großen Van-Carrier, welche die Container am CTB bewegen und stapeln, erhielten wasser- statt luftgekühlte Motoren und schallgedämpfte Ansaugfilter sowie Lamellenbremsen. Schließlich wurden Van-Carrier mit integrierten Lärmschutzpaketen angeschafft.
Nicht nur Anwohner, auch die eigenen Mitarbeiter, die Luft und die Elbe müssen geschützt werden. Die beste Methode ist es, potenzielle Störungen bereits an der Quelle zu vermeiden, erläutert der Vater von zwei Töchtern. Schon vor der Inbetriebnahme des neuen Blocklagers am CTB analysierte er, welche Störungen beim Umschlag von Gefahrgütern auftreten könnten. Und auch andere schwierige Aufgaben warten. So haben Untersuchungen ergeben, dass beim wasserseitigen Umschlag auf Binnenschiffe vermehrt die Containerbrücken hin- und herfahren müssen und so mehr Lärm erzeugen – das ist keine einfache Aufgabe für Prinzmeier, denn die Kähne sollen Straßentransporte ersetzen, was wiederum ökologisch sinnvoll ist.
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