Für ein verantwortliches Wirtschaften
16 / 28.04.2010
Wie Jan Hendrik Pietsch, 42, Nachhaltigkeitsbeauftragter der HHLA, die HHLA noch grüner macht.
Dass er privat den Müll trennt, das kann man von jemandem erwarten, der sich beruflich auf den Erhalt von Natur und Umwelt konzentriert. Doch Jan Hendrik Pietsch, der Nachhaltigkeitsbeauftragte der HHLA, handelt vorausschauend. „Wann“, fragte er sich beispielsweise, „braucht man wirklich warmes Wasser? Doch nur morgens zum Duschen und vielleicht abends für den Abwasch.“ Also programmierte er die Heizung in seinem Wohnhaus entsprechend.
Solche Art der Weitsicht prädestiniert den gelernten Diplom-Kaufmann für seine jetzige Position. Kümmerte er sich bis 2009 um die Geschäftsentwicklung und Grundsatzfragen der Container Terminals, so stellt er nun sicher, dass in der HHLA verantwortlich gewirtschaftet wird.
Verantwortung, das ist ein umfassender, aber auch wolkiger Begriff. Pietsch aber begreift ihn durchaus konkret – als Verantwortung für Umwelt, Soziales und Wirtschaft. „Mein großer Vorteil ist es“, sagt er, „dass das Geschäftsmodell der HHLA schon immer, seit 1885 auf Langfristigkeit angelegt war.“
Entsprechend kann der 42jährige zahlreiche Beispiele aufzählen. Dass Hamburg der Eisenbahnhafen der Welt ist und die HHLA mit ihren Bahngesellschaften Metrans, Polzug und Transfracht, jeweils Marktführer in ihrem Segment, europaweit ökologisch wegweisend ist. Dass in Zusammenarbeit mit der Hamburger Stadtentwässerung die Faulgase des Klärwerks Köhlbrandhöft, die früher lediglich abgefackelt wurden, nun zum emissionsfreien Heizen des Container Terminals Tollerort (CTT) genutzt werden. Dass die HHLA bereits heute deutlich weniger CO2 pro umgeschlagenen Standardcontainer verursacht als einige ihrer Wettbewerber, diese Zahl aber bis 2015 um mindestens weitere zehn Prozent gesenkt werden soll. Dass die HHLA ihren Strom für Gebäude und Werkstätten aus erneuerbaren Energien bezieht. Doch das Spektrum reicht viel weiter. Pietsch listet – „pars pro toto“ – ein intranetbasiertes Pendlerportal für die Bildung von Fahrgemeinschaften auf, die weit reichende Sozialberatung, die in Sucht- oder Finanzfragen hilft, ein HHLA-eigenes Fitness-Center, welches einseitigen Arbeitsbelastungen entgegen wirken soll. Auch gesellschaftliches Engagement: So stellte die HHLA einem Hamburger Gymnasium spontan einen Container, damit die Schüler Flächen- und Raumberechnung konkret, nicht abstrakt üben konnten. Aufwändige Erlebnisfahrten durch den Hafen stehen ebenfalls für ganze Schulklassen auf dem Programm.
„Natürlich ist es manchmal mühsam, Kollegen davon zu überzeugen, dass doppelseitiges Drucken Papier sparen hilft, auch wenn es FSC-zertifiziert oder recycelt ist“, bilanziert Pietsch. „Aber die Reaktionen auf unseren konzerninternen Ideenwettbewerb beweisen wiederum, dass vor allem bei Mitarbeitern unter Fünfzig der Wunsch groß ist, etwas zu bewegen. Und eines ist klar: Nachhaltigkeit ist immer die Summe aus vielen kleinen Ideen und Handlungen.“
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