Spinnen in der Speicherstadt
17 / 30.04.2010
Rainer Nelde, 51, Leiter des Vertriebs im Segment Immobilien, über Spinnen in der Speicherstadt.
Herr Nelde, hat sich schon die erste Spinne vor ihrem Fenster eingerichtet?
Rainer Nelde: Nein, dafür ist es im April noch viel zu kalt.
Wann erreicht die Spinnen-Saison denn ihren Höhepunkt?
Zwischen Mitte August und Mitte September.
Warum fühlen sich Spinnen in der Speicherstadt so wohl?
Die lieben nicht nur die Speicherstadt. Das Problem - wenn es denn eins sein soll - ist in der HafenCity um ein vielfaches größer. Die Kombination aus feuchter Wärme, glatten Flächen - am liebsten Glasflächen - und einem satten Beutereservoir ist bei kaum vorhandenen natürlichen Feinden ein perfekter Lebensraum für Spinnen.
Um welche Art Spinnen handelt es sich? Kreuzspinnen?
Wir glauben - obwohl wir uns als Immobilienprofis und nicht als Biologen sehen - dass es hier um die gemeine Hafen- und Speicherstadtspinne handelt, die langsam zur HafenCitySpinne mutiert. Nein, im Ernst: es ist die sogenannte Brückenspinne (Larinioides sclopetarius), die ca 3-4 cm groß werden kann.
Wie stehen ihre Mieter zu den achtbeinigen Untermietern? Beschweren die sich bei Ihnen?
Natürlich, aber in Maßen. Spinnen werden übrigens als Günstlinge, nicht als Schädlinge bezeichnet, denn sie vertilgen Motten, Mücken, Fliegen und eine Reihe anderer Schädlinge. Daher sind die Büros in der Spinnensaison nahezu mückenfrei.
Unternimmt HHLA Immobilien etwas gegen Spinnen?
Ja, aber wir respektieren die Tiere als Untermieter und setzen auf ökologische Formen der Bekämpfung. Schon ein starker Sommerregen hilft auf natürliche Art, Eingreifen mit dem Besen behebt das Problem meist für mehrere Wochen. Zu chemischen Mitteln muss man nicht greifen. In der HafenCity wird eine wissenschaftliche Promotion darüber geschrieben, wie die Anzahl der Spinnen auf biologischem Wege reduziert werden kann.
Aber eigentlich kümmert sich HHLA Immobilien um ganz andere Sachen…
Neben diesen Untermietern haben wir natürlich noch richtige Mieter und sind nicht unerfolgreich in der weiteren Entwicklung des Quartiers Speicherstadt.
Was gibt es demnächst für interessante Entwicklungen?
Nachdem aus dem Zollzaun nun ein schöner Flanierzaun geworden ist, planen wir aktuell im Block Q weitere attraktive Modeshowrooms und Büros. Ab Sommer laden wir unsere Gäste in ein charmantes Teekontor ein, in dem man direkt am Fleet verweilen kann. Visionen haben wir für ein Speicherstadthotel, die Ergänzung des Kultur - und Gewerbespeichers und weitere Bausteine zu einem vitalen und attraktiven Gebiet in bester Lage.
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