„Mir liegt eher der sanfte Stil“
19 / 05.05.2010
Eduard Breska, 48, Ausbilder an der HHLA Fachschule, über das richtige Feeling bei der Arbeit als Kranführer auf einer Containerbrücke.
Sie sind seit 1985 bei der HHLA. Zuletzt waren sie als Brückenfahrer am Container Terminal Burchardkai (CTB) beschäftigt. Gab es eine Brücke, die Sie am liebsten gefahren haben?
Die Arbeit als Brückenfahrer ist psycholgisch und physisch sehr anspruchsvoll. Stellen sie sich folgende Situation vor – die Sitzhaltung des Fahrers ist nach vorn über gebeugt. Die Rückenmuskulatur bis hoch zum Nacken ist unter Hochspannung. Man muss darüber hinaus präzise, schnell, konzentriert arbeiten. Unter diesen Umständen entsprach die Brücke 23 am Liegeplatz 1 am ehesten meinem Fahrstil.
Warum?
Jeder Kranführer hat ein eigenes Gefühl zur Brücke, die er bedient, weil sich jede Brücke unterschiedlich fahren lässt. Manchmal unterscheiden sich sogar Brücken des baugleichen Typs in ihrer Fahrweise - manche fahren sich ruppiger, andere wie von selbst. Ich kenne Kollegen mit einem sportlichen Fahrstil, andere benötigen einen eher sanften, gleichmäßigen Fluss, um effizient und sicher die Arbeit zu verrichten.
Zu welcher Kategorie zählen Sie sich?
Mir liegt eher der sanfte Stil, weil ich so in einen gleichmäßigen Rhythmus gerate und Leistung auf höchstem Niveau erreiche. Unsere Arbeit ist auch von der Tagesform des Einzelnen abhängig. Den Spreader genau und sanft in die Zellenführung einfädeln zu können, das ist Zentimeterarbeit – die Kollegen sitzen bei den größten CTB-Brücken 39 Meter bis zur Kaikrone hoch. Es benötigt viel Gefühl bei der Arbeit. Der Fahrer muss sozusagen mit dem Kran verschmelzen - das macht die Kunst des Brückenfahrens aus.
Die Leistung eines Fahrers ist aber nicht nur von ihm allein abhängig.
Stimmt. Ein Team besteht aus zwei Brücken- und drei VC-Fahrern, einem Ablöser und Brückenaufseher. Unsere Arbeit muss Hand in Hand gehen. Stimmt der Zulauf zur Brücke, kann der Brückenfahrer gleichmäßig Container löschen und laden. So ist alles ist im Fluss.
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