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Speicherstadt-Ensemble im Wandel

29 / 09.06.2010

Peter Modlich, 38, Architekt im Segment HHLA Immobilien über seine besondere Verantwortung bei der Weiterentwicklung der Speicherstadt.

 

Mindestens einmal am Tag tauscht Peter Modlich seine Büroschuhe gegen Sicherheitsschuhe und geht zum Speicherblock Q. Der traditionelle Lagerboden in der Hamburger Speicherstadt ist zurzeit eine Baustelle. Auf einer Gesamtfläche von rund 8.000 Quadratmetern reißen Handwerker Zwischenwände und nacheinander jeden einzelnen Boden heraus. Zusammen mit Bauschutt, verschlissenen Holzdielen und alten Fensterrahmen landet alles im Container vor dem Block Q. „Die Arbeiten sind zwingend notwendig, um das Gebäude zu erhalten. Innerhalb kürzester Zeit entsteht hier ein Schmuckstück“, sagt Peter Modlich, Architekt bei der HHLA.

 

Der 38-jährige ist Projektleiter bei der Sanierung des Speicherblocks Q, einem von insgesamt 17 Speicherblöcken in der denkmalgeschützten Speicherstadt. Bis vor einem halben Jahr nutzen traditionelle Teppichhändler die Fläche als einfache Lagerböden. Geflickte Dielenbretter, dunkle Lagerböden und fehlende Heizungsanlagen störten die Händler der orientalischen Teppiche kaum. Bis April 2011 entstehen daraus lichtdurchflutete Showrooms für internationale Modefirmen und Büroflächen auf höchstem Niveau.

 

Dabei legt Modlich besonderen Wert auf eine sensible Weiterentwicklung des gesamten Quartiers und hält während des Umbaus den ständigen Kontakt zum Denkmalschutzamt. „Die Speicherstadt ist typisch für Hamburg und steht weltweit unter Beobachtung. Ein sensibler Umgang mit den historischen Speichern sehe ich als unsere besondere Verantwortung“, sagt Peter Modlich, der seit drei Jahren im Immobiliensegment der HHLA arbeitet. Seit Beginn betreut er als Architekt den Umbau verschiedener Speicherböden und hat sich seitdem ein umfangreiches Wissen über die Besonderheiten der Speicherstadt angeeignet.

 

Der Erfolg bestätigt das Konzept der HHLA als Eigentümerin des Speicherstadt-Ensembles. Die Gesamtfläche der Speicherstadt beträgt rund 300.000 Quadratmeter und wird durch den Immobilienbereich der HHLA verwaltet. Der Mix aus traditioneller Nutzung und sanierten Büroflächen ist auf dem Immobilienmarkt beliebt. Daher ist Peter Modlich auch nicht beunruhigt, dass für den Großteil des Speicherblocks Q noch keine Mietverträge bestehen. „Die Lagerflächen bieten im jetzigen Zustand keine Qualität mehr. Aber mit der Sanierung schaffen wir hochmoderne Flächen, die sich gut vermieten lassen.“

 

Bis dahin ist Block Q eine Baustelle. Das gesamte Gebäude wird entkernt: Fenster, Lukentüren und Zwischenwände werden herausgenommen, die Böden entfernt und anschließend durch 18 Zentimeter breite Holzdielen ersetzt. Ausgewählte Materialen und ein harmonisches Erscheinungsbild sind dem Architekten besonderes wichtig. So werden beispielsweise die für die Speicherstadtgebäude typischen Lukentüren in einer Sonderanfertigung originalgetreu nachgearbeitet. Die historischen Treppengeländer werden aufgearbeitet und anschließend wieder eingesetzt. „Bei der Gestaltung der einzelnen Büro- und Nutzflächen bleibt aber immer ein gewisser Spielraum, der es zulässt, individuelle Kundenwünsche zu berücksichtigen“, erzählt Peter Modlich. Bisher besteht die Aufgabe des Architekten vorwiegend aus vorbereitenden Schritten, da bislang die Entkernungsarbeiten stattfinden. „Richtig arbeitsintensiv wird es ab Anfang Juli“, sagt der dreifache Familienvater, der Ende Juni seine vierwöchige Elternzeit beendet und dann rechtzeitig als Architekt wieder bei der HHLA im Einsatz ist.