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Ein Ruderweltmeister bei der HHLA

3 / 15.03.2010

Wie Peter-Michael Kolbe, 56, Lagerist auf dem HHLA Container Terminal Tollerort (CTT), als ehemaliger Hochleistungssportler für Ordnung sorgt.

 

Europameister. Weltmeister. Olympiazweiter. Eine deutsche Sportikone. Niemand im deutschen Rudersport war in den 70er und 80er Jahren erfolgreicher als er: Peter-Michael Kolbe. Der Ausnahmeathlet, hatte einen Ruhepuls von 45 Schlägen pro Minute. Das ist außergewöhnlich. Nach Ende seiner Karriere 1988 lebte der Vater eines inzwischen erwachsenen Sohnes 20 Jahre in Oslo. Er spricht Deutsch, Englisch, Norwegisch und versteht alle skandinavischen Sprachen. Seit 2009 arbeitet der Hamburger aus Hammerbrook auf dem Container Terminal Tollerort (CTT).

„Wir, die Kollegen in Werkstatt und Lager, tragen unseren Teil dazu bei, dass der Betrieb an den Kais stets ununterbrochen weitergehen kann”, sagt Kolbe. Zuletzt arbeitete er mit bei dem Umzug des alten Regallagers in das moderne, computergesteuerte Liftlager. Das Regallager war im Laufe der Jahre auf immerhin 40 Gänge angewachsen. Heute indes werden die Kleinstteile in diesem neuen, wesentlich kompakteren Lager gestapelt. Über PC-Terminals greifen die Mitarbeiter in den Werkstätten nun direkt auf das neue Sammellager zu, fragen Bestände ab und bestellen Werkstattteile, die sie dann bei Vorlage eines Bestellzettels abholen können. Bei all der Begeisterung für das neue Lager gibt es auch einen Wermutstropfen: Das alte Lager lag 30 Meter von der Elbe entfernt, die Pausen mit dem Ausblick über die Elbe werden fehlen.

Nur vier Wochen haben Kolbe und seine Kollegen für den gewaltigen Umzug benötigt. „Der Umzug war ein logistisches Meisterstück, das wir zu vollbringen hatten, weil die Umstellung bei laufendem Betrieb vollzogen werden musste”, sagt der gelernte Industriekaufmann. Letzte Arbeit für Kolbe am heutigen Tag: Bereitstellung des Materials für die Servicearbeiten an einem Van-Carrier. Mit der Bahn geht es dann nach Hause nach Lübeck.

Zwei Mal pro Woche rudert Kolbe heute noch. 600 Kilometer im Jahr legt er zurück. Früher waren es 4000. Erholung sucht er  auch beim Radfahren rund um Lübeck und in Mecklenburg-Vorpommern.