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Strikte Vorschriften

40 / 19.07.2010

Wie Roy Burmeister, 43, Port Facility Security Officer über die Sicherheit auf dem Burchardkai wacht.

 

Herr Burmeister, welche Sicherheitsvorschriften gelten auf dem HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB)?

Wie auch auf Schiffen, die in internationalen Gewässern fahren, gilt auf dem HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB) der International Ship and Port Facility Security (ISPS) Code, weil wir diese Schiffe auf unserer Anlage be- und entladen. Ich bin in meinem Job als Security Officer für die Einhaltung dieser umfassenden Sicherheitsvorschriften auf dem 1,4 Quadratkilometer großen Terminalgelände zuständig. Dazu gehört auch die Erstellung eines Gefahrenabwehrplanes, der in den Einzelheiten geheim ist. Grundsätzlich sind hier aber bauliche Vorschriften, wie die Zaunhöhe, Maschenweite oder auch die Zutrittskontrollen für Besuchergruppen festgelegt. Von meiner Abteilung und mir fordert der ISPS-Code in der täglichen Arbeit ganz besondere Sorgfalt.

 

Gilt der ISPS-Code für alle Terminalbesucher?

Auf jeden Fall! Es gibt für alle Terminalbesucher Zutrittsausweise am Eingangsgate. Angefangen bei den Mitarbeitern des CTB, den Truckern, die Container holen und bringen, den Geschäftsbesuchern in den Büros sowie allen Lieferanten und Dienstleistern. Als ich im Alter von 15 Jahre bei der HHLA meine Lehre zum Seegüterkontrolleur begann, war der Zutritt zum Hafen noch offener. Freie Durchfahrt haben heute eigentlich nur noch übergeordnete Behörden, wie die Wasserschutzpolizei, die Feuerwehr oder der Zoll.

 

Was hat der Untergang der „Titanic“ mit den Sicherheitsregeln für den Burchardkai zu tun?

(schmunzelt) Diese Frage hört sich im ersten Augenblick tatsächlich etwas sonderbar an. Aber es stimmt, der Untergang der Titanic im Jahr 1912 gab den Anlass, zwei Jahre später in London die ersten weltweit gültigen Sicherheitsbestimmungen für die Schifffahrt zu vereinbaren: Die „International Convention for the Safety of Life at Sea (SOLAS-Convention). Neben der Anzahl von Rettungsbooten und -westen wurden dort erstmals auch einheitliche Ortungs- und Funksignale der Schiffe festgelegt. In regelmäßigen Abständen wurden diese Vereinbarungen bis heute auf den neuesten technischen Stand gebracht. Nach den Anschlägen des 11. September 2001 wurde die SOLAS Convention im Jahr 2002 um Vorschriften für Hafenbetriebe erweitert  und zum ISPS-Code. Seit dem Sommer 2004 gilt der Code für alle Betriebsprozesse auf dem Burchardkai.

 

Welche Qualifizierung braucht man in Ihrem Job?

Neben der fachlichen Schulung am Maritimen Competenzcentrum (MaCo), die das gesamte Hintergrundwissen für die Arbeit als Security Officer vermittelt, wird vor allem eine hohe Zuverlässigkeit in der alltäglichen Arbeit verlangt. Ich habe aber davor am HHLA Überseezentrum die Zollabteilung aufgebaut, so dass ich mich nach meinem Jobwechsel 2007 an den täglichen Umgang mit strikten Vorschriften nicht neu gewöhnen musste.