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Nicht alles selbst machen

49 / 18.08.2010

Henning Eggers, 32, Vertriebsmitarbeiter bei HHLA Logistics, über komplexe Transportketten.

 

Auf dem Gelände des Übersee-Zentrums werden gerade riesige Stahltrichter auf Binnenschiffe verladen. Was sind das für Geräte?  

Das sind Konstruktionsteile für noch größere Elektrofilter, die die Rauchgase deutscher Kraftwerke säubern sollen. In diesem Zusammenhang werden die Einzelteile für das deutsche Umwelttechnologie-Unternehmen Fisia Babcock auf dem Gelände des Übersee-Zentrums bereits vormontiert. Dafür wurde extra eine Lagerhalle umgebaut, in der bis zu 60 Schweißarbeiter täglich im Einsatz sind. Sie fertigen unter anderem aus jeweils 17 Stahlbauteilen insgesamt 96 riesige Trichter.

 

Und wohin werden sie dann ausgeliefert?  

Die Filterkomponenten werden nach der Vormontage auf der Anlage zwischengelagert, bis eine ausreichende Stückzahl produziert wurde, um eine Schute zu beladen. Dieses umweltfreundliche und günstige Transportmittel bringt sie dann zur Baustelle des Kraftwerks in Hamburg-Moorburg. Die Vormontage-Arbeiten haben Mitte Februar begonnen, die erste Verladung erfolgte Mitte Mai und das Projekt wird noch bis Mitte 2011 andauern.

 

Sie sprachen von Einzelteilen, die zusammengebaut werden. Erklären Sie uns, wie ein solches Projekt abläuft?  

Bei unserem Auftrag handelt es sich um ein „Door to Door“-Geschäft. HHLA Logistics steuert die gesamte Lieferkette vom Herstellerwerk in Übersee. Dort werden Stahlbauteile, die so konstruiert wurden, dass sie auf Transportrahmen passen, in Container gestaut und anschließend verschifft. Dann folgt die Warenkonsolidierung im Lager inklusive der Vormontagearbeiten im Hafen und schließlich die Übergabe teilmontierter Stahlbauelemente an der Baustelle. Übrigens nicht nur für Hamburg. In Karlsruhe wird auch gerade ein Kraftwerk erweitert, für das wir Konstruktionselemente im Rheinhafen Worms konsolidieren und die einzelnen Kolli ebenfalls erst an der Baustelle übergeben.

 

Und ihre Mitarbeiter machen alles selbst?  

Das komplette Projektmanagement sowie einzelne Arbeitsschritte, zum Beispiel Verzollung, Umschlagsleistungen und Lagerung, werden von HHLA Logistics erfüllt. In einem so umfangreichen Projekt ist man allerdings immer auf die Unterstützung von spezialisierten Partnern angewiesen. So arbeiten wir beim Vorlauf und dem Containerpacken in Übersee mit einem Projekt-Spediteur zusammen. Die oben erwähnten Montagearbeiten erbringt ein weiterer Subdienstleister. Wir können ja nicht gleich Schweißer einstellen, die wir im Anschluss an das Projekt nicht mehr beschäftigen können. Jeder konzentriert sich so auf die eigenen Kompetenzen und trägt seinen Anteil für eine erfolgreiche Projektabwicklung bei!