Ohne Computer keine Container
9 / 06.04.2010
Wie Michael Busch, 52, Leiter des Zentralbereichs Informationssysteme, den Computer in den Hafen bringt.
Ausgerechnet der Hafenumschlag ist für IT-Entwickler eines der interessantesten Einsatzgebiete, meint der 52jährige Michael Busch. „Im Hafen kann man buchstäblich sehen, was man bewegt. Ohne die dazugehörigen Datenströme geht kein Container mehr von A nach B.“ Der heutige Leiter des HHLA-Zentralbereichs Informationssysteme hat den Vergleich, denn als IT-Berater und Projektmanager war er viel unterwegs, bevor er 1998 bei der HHLA anfing. Er bekam gleich das größte IT-Projekt übertragen, das der Konzern jemals in Angriff nahm: die komplette Automatisierung des Terminals Altenwerder (CTA). Ihn reizte die Aufgabe, beim Neubau des CTA völlig neue Wege zu gehen. „Die HHLA setzte auf die Programmiersprache JAVA, die für Anwendungen in der Hafenlogistik noch nie zum Einsatz gekommen war. Das war sehr mutig und letztlich erfolgreich“, erzählt Busch.
Seit den 70er Jahren, als Informationstechnik die Buchführung über immer umfangreichere Warenbestände vereinfachte, ist der Stellenwert der Datenverarbeitung im Hafen stetig gewachsen. Wie wertvoll Daten heute sind, lässt sich daran ablesen, dass die HHLA zwei räumlich getrennte Rechenzentren parallel betreibt. So käme es selbst bei einem Brand zu keiner Unterbrechung des Betriebs, keine Daten würden verloren gehen. Nur mit Hilfe weit gespannter IT-Netze lässt sich der Übergang der Waren – heute meist Container – von einem zum nächsten Beteiligten in der Logistikkette enorm „optimieren“, wie eines der Lieblingswörter von Michael Busch lautet. In Hamburg wurde dafür schon 1982 das Datenkommunikationssystem DAKOSY gegründet. „Legt ein Schiff in Antwerpen ab, werden die Begleitinformation zu seiner Ladung schon in diesem Hamburger Netz bearbeitet“, erklärt Busch. „Spediteure und Zoll bekommen Bescheid, Gefahrgüter werden gemeldet und auf den Terminals können Container, die das Schiff mitnehmen muss, vorgestaut bzw. sortiert werden.“
Leider reichen die Informationsketten noch nicht so weit, wie die Güter fahren. Bahn, LKW und Binnenschiff sind noch unzureichend eingebunden. Bei den meisten Güterzügen müssen die Begleitpapiere in Hamburg eingelesen werden. Es gibt also viel zu optimieren. Die Software- und Projektentwickler, Tester und Administratoren in Michael Buschs IT-Team werden sich in den nächsten Jahren nicht langweilen.
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