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Risikobericht

DAS RISIKOMANAGEMENTSYSTEM

Das Risikomanagementsystem der HHLA fördert den bewussten Umgang mit unternehmerischen Risiken; es zielt darauf ab, Risiken rechtzeitig zu erkennen sowie Maßnahmen zur Risikobewältigung oder -vermeidung zu ergreifen und so eine Bestandsgefährdung des HHLA Konzerns zu vermeiden. Bedeutender Baustein dazu ist die Berücksichtigung der Grundsätze der Förderung unternehmerischen Denkens und eigenverantwortlichen Handelns.

Unter Risiko wird dabei die Gefahr einer negativen Abweichung von der operativen oder strategischen Planung bzw. der aktuellen Prognose verstanden. Um den Umgang mit Risiken zu ermöglichen, umfasst das Risikomanagementsystem die notwendigen organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikofrüherkennung und zum aktiven Umgang mit dem jeder unternehmerischen Betätigung innewohnenden Chancen- und Risikoprofil. Die HHLA hat dazu ein nachvollziehbares, alle Unternehmensaktivitäten umfassendes System auf Basis vom Vorstand festgelegter risikopolitischer Grundsätze geschaffen. Die Arbeit des Risikomanagements erfolgt nach systematischen Grundsätzen und unterliegt einem permanenten Verbesserungsprozess.

Als wesentliche Elemente des Risikomanagementsystems wurden in Zusammenarbeit von Vorstand, Interner Revision und Konzerncontrolling klare Verantwortlichkeiten für die Identifizierung, Bewertung, Steuerung, Überwachung und Berichterstattung der Risiken festgelegt.

Risiken werden im Rahmen des jährlich durchzuführenden Planungsprozesses inventarisiert. Aufbauend auf der Risikoidentifizierung und der Risikobewertung werden Steuerungsmaßnahmen definiert, die die Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder Schadenshöhe zielgerichtet reduzieren. Die Risiken werden laufend beobachtet und wesentliche Veränderungen quartalsweise berichtet und dokumentiert. Darüber hinaus ist bei Auftreten, Wegfall oder Änderung wesentlicher Risiken ad hoc zu berichten. Die Risikoberichterstattung erfolgt nach konzernweit einheitlichen Berichtsformaten, um ein konsistentes Gesamtbild über die Risiken entwickeln zu können.

Die wesentlichen Elemente des Risikomanagementsystems und der Risikoberichterstattung sind in einer Konzernrichtlinie beschrieben.

Die Revision ist für die Systemprüfung des Risikomanagements verantwortlich. Darüber hinaus nimmt der Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung eine Beurteilung des Risikofrüherkennungssystems vor.

Internes Kontrollsystem und Risikomanagement der Rechnungslegung

 

Aufbau des Systems

Die HHLA hat ein internes Kontrollsystem und Risikomanagement der Rechnungslegung implementiert, um sicherzustellen, dass die Finanzberichterstattung einheitlich und zutreffend sowie im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung, Rechnungslegungsstandards und konzerninternen Richtlinien erfolgt. Es umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung der Wirksamkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung.

Das interne Kontrollsystem und Risikomanagement der Rechnungslegung basiert auf den Kriterien, die in dem vom Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) herausgegebenen Arbeitspapier „Internal Control – Integrated Framework“ festgelegt sind. Prozessabläufe der Rechnungslegung werden dahin gehend beurteilt, ob Risiken der Sicherstellung von Vollständigkeit, Existenz, Genauigkeit, Bewertung, Eigentum und Ausweis von Geschäftsvorfällen entgegenstehen. Darüber hinaus erfolgt eine Risikobeurteilung hinsichtlich der Möglichkeit von dolosen Handlungen. Spezifische Risiken der Rechnungslegung können aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte entstehen. Zudem ist die Verarbeitung von nicht routinemäßigen Geschäftsvorfällen einem latenten Fehlerrisiko unterworfen. Bei Ansatz und Bewertung von Bilanzpositionen werden den Mitarbeitern notwendigerweise Ermessensspielräume eingeräumt, woraus weitere Risiken entstehen können.

Interne Kontrollen sollen sicherstellen, dass Risiken der Rechnungslegung reduziert und Geschäftsvorfälle bilanziell richtig erfasst, aufbereitet und gewürdigt, dokumentiert sowie zeitnah und korrekt buchhalterisch in die Finanzberichterstattung übernommen werden. Bei allen rechnungslegungsrelevanten Prozessen sind Kontrollen installiert. Interne Kontrollen gewährleisten einen effizienten Rechnungslegungsprozess, in dem Fehler weitgehend vermieden, jedenfalls aber entdeckt werden können.

Die Prozesse, Risiken und Kontrollen der Rechnungslegung sind mit den jeweiligen Verantwortlichkeiten und Berichtswegen dokumentiert und beschrieben. Die Dokumentation von Risken und Kontrollen erfolgt dabei mittels einer Risiko-Kontroll-Matrix. Es erfolgt eine laufende Aktualisierung von Prozessen, Risiken und Kontrollen.

Die Überwachung des internen Kontrollsystems und Risikomanagements der Rechnungslegung obliegt der Revision. Darüber hinaus nimmt der Abschlussprüfer im Rahmen der Prüfung der Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems Prüfungshandlungen überwiegend auf der Basis von Stichproben vor. Dem internen Kontrollsystem und Risikomanagement der Rechnungslegung sind Grenzen auferlegt, unabhängig davon, wie sorgfältig es ausgestaltet ist. Als Konsequenz kann weder mit absoluter Sicherheit gewährleistet werden, dass die Ziele der Rechnungslegung erreicht noch dass Falschaussagen mit absoluter Sicherheit vermieden oder aufdeckt werden.

 

Wesentliche Regelungen und Kontrollaktivitäten

Bei der HHLA sind die Verantwortungsbereiche im Hinblick auf die Rechnungslegung klar strukturiert und zugeordnet. Der Vorstand der HHLA trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontrollsystem und Risikomanagement der Rechnungslegung im HHLA Konzern. Für die ordnungsgemäße Durchführung der Rechnungslegungsprozesse sind die Zentralbereiche der HHLA Holding sowie die Konzerngesellschaften verantwortlich. Die am Rechnungslegungsprozess beteiligten Fachabteilungen sind in personeller und materieller Hinsicht geeignet ausgestattet. Die jeweils handelnden Mitarbeiter weisen die erforderlichen Qualifikationen auf.

Die Aufgaben und Funktionen der Rechnungslegung sind im Konzern eindeutig abgegrenzt. So existieren klare Funktionstrennungen zwischen Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung, Einzelabschluss- und Konzernabschlusserstellung sowie zwischen diesen Abteilungen und der jeweiligen Segmentbuchhaltung. Die Trennung von Ausführungs-, Abrechnungs- und Genehmigungsfunktionen und deren Wahrnehmung durch verschiedene Personen reduziert die Möglichkeit von dolosen Handlungen. Konzernweit wurden mehrstufige Genehmigungs- und Freigabewertgrenzen für Bestellwesen, Zahlungsverkehr sowie Buchhaltung festgelegt. Diese beinhalten insbesondere auch ein Vier-Augen-Prinzip.

Das konzernweit geltende Bilanzierungshandbuch regelt die einheitliche Anwendung und Dokumentation der Bilanzierungsregeln. Darüber hinaus existieren weitere rechnungslegungsrelevante Richtlinien, die wie das Bilanzierungshandbuch regelmäßig überprüft und ggf. aktualisiert werden.

Die Erfassung buchhalterischer Vorgänge erfolgt im Wesentlichen durch Buchhaltungssysteme des Herstellers SAP. Zur Aufstellung des Konzernabschlusses der HHLA werden durch die Tochterunternehmen die jeweiligen Einzelabschlüsse durch weitere Informationen zu standardisierten Berichtspaketen ergänzt, die dann für sämtliche Einzelunternehmen in das Konsolidierungsmodul SAP EC-CS eingestellt werden.

Die IT -Systeme sind gegen unberechtigten Zugriff geschützt. Zugriffsberechtigungen werden funktionsbezogen vergeben. Lediglich die für die Abbildung der Geschäftsvorfälle verantwortlichen Bereiche sind mit einem sogenannten Schreibzugriff ausgestattet. Bereiche, die Informationen weiterverarbeiten, verwenden einen Lesezugriff. Die detaillierten funktionsbezogenen Berechtigungen sind in einer SAP-Berechtigungsrichtlinie festgehalten. Darüber hinaus regelt eine IT-Sicherheitsrichtlinie den generellen Zugang zu den IT -Systemen.

Externe Dienstleister werden für Pensionsgutachten, steuerrechtliche Sachverhalte sowie anlassbezogen für Gutachten und Projekte eingesetzt.

Im Rahmen des Konzernabschlusses sind die konkreten formalen Anforderungen an den Konsolidierungsprozess klar geregelt. Neben der Festlegung des Konsolidierungskreises ist auch die verbindliche Verwendung eines standardisierten und vollständigen Berichtspakets durch die Konzerngesellschaften im Detail festgelegt. Darüber hinaus erfolgen konkrete Vorgaben zur Abbildung und Abwicklung des Konzern-Verrechnungsverkehrs und der darauf aufbauenden Saldenabstimmungen oder zur Ermittlung des beizulegenden Wertes von Beteiligungen. Im Rahmen der Konsolidierung erfolgt durch das Konzernrechnungswesen eine Analyse und ggf. Korrektur der durch die Konzerngesellschaften übermittelten Einzelabschlüsse. Auf Grundlage bereits systemtechnisch im SAP EC-CS festgelegter Kontrollmechanismen bzw. durch systemtechnische Plausibilitätskontrollen werden fehlerhafte Daten identifiziert und ggf. korrigiert.

RISIKOPOSITIONEN

Infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise sind die Aussichten für das Geschäftsjahr 2010 weiterhin mit großen Unsicherheiten behaftet. Die derzeitig zu beobachtende Erholung der Weltwirtschaft ist hauptsächlich den Impulsen der expansiven Geldpolitik der Notenbanken sowie den staatlichen Konjunkturpaketen zu verdanken. Inwieweit die umfangreichen staatlichen Stützungsprogramme zu einem nachhaltigen und selbsttragenden Aufschwung beitragen, bleibt ungewiss. Der Weg aus der Rezession wird insbesondere für die Industrienationen voraussichtlich noch einige Zeit andauern. Zudem wird der weltweite Warenaustausch durch protektionistische Maßnahmen der Regierungen zur kurzfristigen Konjunkturbelebung bedroht. Die Geldpolitik der Notenbanken, die derzeit noch Wachstumsimpulse liefert, dürfte sich mittelfristig wieder in Richtung Neutralität bewegen. Die Auswirkungen auf das Preisniveau der Volkswirtschaften lassen sich derzeitig noch nicht abschätzen. Darüber hinaus hat die tiefgreifende Rezession zu einer massiven Verschuldung einiger EU-Länder geführt. Dies führt zu einer erschwerten Refinanzierung am Kapitalmarkt. Inwieweit die Verschuldung einzelner Länder die Stabilität des EU-Raums gefährdet, wird entschieden von der Reaktion der EU abhängen.

Die Folgen der weltwirtschaftlichen Entwicklung wirken sich nach wie vor unmittelbar auf die Seeverkehrswirtschaft und damit auf das Geschäftsmodell der HHLA aus. Die wesentlichen Risikopositionen der HHLA werden von Nachwirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise weiterhin beeinflusst.

STRATEGISCHE RISIKEN

Die fortschreitende Entwicklung der Schiffsgrößen beeinflusst auch die Wettbewerbsfähigkeit der HHLA und Hamburgs als Hafenstandort. Ungeachtet der augenblicklichen schwierigen Marktlage in der Schifffahrt ist daher der weitere Ausbau der regionalen Verkehrs- und Hinterlandinfrastruktur weiterhin erforderlich.

Von erheblicher Bedeutung ist die Fahrrinnenanpassung der Elbe auf einen Salzwassertiefgang von durchgehend 13,50 m und tidenabhängig 14,50 m ausgehend. Am 12. September 2006 wurde das Planfeststellungsverfahren für die Fahrrinnenanpassung eingeleitet. Das zuständige Bundesverkehrsministerium und die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit haben im August 2009 einen aktualisierten Zeitplan für das laufende Planfeststellungsverfahren bekannt gegeben. Unter Berücksichtigung von Erfordernissen aus der EURichtlinie „Flora-Fauna-Habit“ wird nunmehr damit gerechnet, dass ein Planfeststellungsbeschluss voraussichtlich im Herbst 2010 erfolgt. Dabei ist eine gerichtliche Anfechtung des Planfeststellungsbeschlusses nicht auszuschließen. Mit den Baggerarbeiten könnte erst nach Abschluss eines solchen Verfahrens begonnen werden.

Für den Hamburger Hafen ist die Fahrrinnenanpassung eine zentrale Voraussetzung, um seine Marktstellung als wichtiges Drehkreuz internationaler Containerverkehre auch in Zukunft halten und ausbauen zu können. Verzögerungen bei der Fahrrinnenanpassung führen dazu, dass Reedereien in der Disposition ihrer Liniendienste vermehrt andere Umschlagplätze mit einfacher nautischer Erreichbarkeit in Betracht ziehen und sich Verkehre damit gegebenenfalls auf Dauer am Hamburger Hafen vorbei entwickeln. Derartige Auswirkungen belasten die Geschäftsentwicklung der HHLA und können – in Abhängigkeit vom Fortgang des Verfahrens und von weiteren Reaktionen auf Reederseite – erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage verursachen.

Neben der Fahrrinnenanpassung sind zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens sowie zur Optimierung der Abläufe für den hinterlandseitigen Zu- und Ablauf der Warenströme die Modernisierung und der Ausbau der regionalen Straßen- und Schieneninfrastruktur erforderlich. Als für die Hafenwirtschaft besonders wichtige Projekte sind hier der Bau der Hafenquerspange (A 252) sowie die Verbesserung der Hafenbahnanbindung durch die Beseitigung von Engpässen und bessere Leistungsqualität hervorzuheben. Die HHLA geht davon aus, dass die Infrastrukturprojekte auch weiterhin durch die politischen Entscheidungsträger vorangetrieben werden. Über die Einbringung der Interessen der HHLA in entsprechende Gremien sowie die Mitwirkung in Verbänden/Öffentlichkeitsarbeit versucht die HHLA weiteren Verzögerungen vorzubeugen.


MARKTRISIKEN

Führende Wirtschaftsindikatoren weisen derzeit auf eine schrittweise Erholung der Weltwirtschaft hin, wobei jegliche veröffentlichte Prognose nach wie vor mit großer Unsicherheit behaftet ist. Dies zeigt auch die hohe Frequenz der Änderung der jeweiligen Indizes. Übereinstimmend zeigen die Prognosen jedoch, dass allenfalls mit einer langsamen Erholung der Weltwirtschaft zu rechnen ist, wobei zunehmend zwischen entwickelten Volkswirtschaften einerseits und Entwicklungsländern mit weiterhin hohem Wachstumspotenzial andererseits (u.a. die sogenannten BRIC -Staaten) differenziert wird. Als Folge besteht das Risiko, dass die HHLA die Planmenge an Containerumschlag, Transportvolumen oder Logistikdienstleistungen nicht erreicht.

Innerhalb der Hamburg-Antwerpen-Range wird der Ausbau von Umschlagkapazitäten durch die Terminalbetreiber schrittweise fertiggestellt. Aufgrund der Folgen der Wirtschaftskrise übersteigt das Angebot an Containerumschlagkapazitäten die Nachfrage deutlich. Drewry schätzt die Auslastung der Kapazitäten in Nordeuropa in den nächsten Jahren auf ca. 60 %. Ein solches Überangebot wird zu einer weiteren Intensivierung des Wettbewerbs führen.

Im Segment Intermodal ist analog zum Segment Container mit einer verhaltenen Entwicklung der Nachfrage nach Containertransporten zu rechnen. Evtl. kann es dabei zu einer Unterauslastung von Zugsystemen und Hinterlandterminals kommen. Generell besteht bei Unterauslastung das Risiko, dass negative Ergebnisabweichungen aufgrund mangelnder Kostenelastizität ggf. nicht vollständig kompensiert werden können. Dem Risiko wirkt die HHLA mit einer Diversifizierung der Kundenstruktur und mittelfristigen Verträgen mit unterschiedlichen Laufzeiten entgegen. Die Verträge für den Einkauf von Traktionsleistungen beinhalten flexible Komponenten, die eine Reaktion auf Marktschwankungen und Saisonabweichungen grundsätzlich ermöglichen.

Die Intermodalgesellschaften sind spürbar stärkerem Wettbewerb gegenüber konkurrierenden Bahnoperateuren sowie den Verkehrsträgern Lkw und Feederschiff ausgesetzt. Der Eintritt neuer, preisaggressiver Wettbewerber insbesondere in die osteuropäischen Märkte birgt das Risiko von Marktanteilsverschiebungen zulasten der zur HHLA gehörenden Bahnoperateure.

Die Präferenzen der Reederkunden haben sich als Folge des rückläufigen internationalen Transportvolumens sowie der geringen Transport- und Charterraten in den vergangenen zwölf Monaten verändert. Standen zuvor noch Qualität, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit beim Containerumschlag im Mittelpunkt, sind es nun vorrangig die Kosten. Dieser Trend wird durch weitere Faktoren verstärkt. So wurden im vergangenen Jahr Hafengebühren durch öffentliche Verwaltungen (Hafengeld, Lotsengeld, Gebühren für den Nord-Ostsee-Kanal) deutlich angehoben. Zudem wird die geografisch vorteilhafte Lage des Hamburger Hafens durch krisenbedingt gesunkene Feederschifffsbetriebskosten sowie intensiven Preiswettbewerb einzelner Beneluxhäfen beeinträchtigt. In der Folge schrumpft der Kostenvorteil des Hamburger Hafens beim Feederschiffsverkehr.

Die HHLA arbeitet mit fast allen großen weltweit operierenden Reedereien im Containerverkehr zusammen. Seit einigen Jahren ist ein Konsolidierungsprozess in der Branche zu beobachten. Zusammenschlüsse und Allianzen zwischen Terminalbetreibern sowie zwischen Terminalbetreibern und Reedereien können zu einer Veränderung der Mengen- und Preisstruktur zwischen den Umschlagbetrieben führen. Dieser Prozess könnte durch die wirtschaftlich schwierige Lage der Reedereien aufgrund von Raten- und Mengeneinbußen noch beschleunigt werden.

Um den Marktrisiken zu begegnen, werden von der HHLA segmentübergreifend gezielte Kundenbindungsmaßnahmen zum Aufbau von Alleinstellungsmerkmalen ergriffen. Zudem wird die ihr zur Verfügung stehende Flexibilität im Kostenmanagement sowie in der Kapazitätssteuerung genutzt. Die HHLA ist bemüht, die eigenen Investitionen zum Ausbau der Containerterminals flexibel an die prognostizierbare Nachfrage anzupassen. Zur Früherkennung von möglichen negativen Entwicklungen werden die Umschlag- und Transportmengen in den betroffenen Märkten sowie die Umschlagmengen und die Dienstestruktur der jeweiligen Kunden beobachtet. Darüber hinaus wird das Netzwerk genutzt, um wettbewerbsrelevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Als Folge der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen geraten auch die Zulieferer der HHLA unter Druck. Dadurch könnte es zu Engpässen bei der Beschaffung von Ersatzteilen und zu veränderten Beschaffungskonditionen bei den verbliebenen Marktteilnehmern kommen. Die HHLA führt Marktbeobachtungen durch, um Beschaffungsalternativen zu finden und diversifiziert ggf. die Beschaffung. Zudem wird eine enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit strategischen Lieferanten aufgebaut. In Abstimmung mit den Fachabteilungen der HHLA und den Konzerngesellschaften werden darüber hinaus relevante Konzentrationsprozesse in den Beschaffungsmärkten insbesondere bei Umschlaggeräten sorgfältig beobachtet und bei der Auftragsvergabe berücksichtigt.

Die im Segment Intermodal operierenden HHLA Gesellschaften kaufen wesentliche Traktions-, Waggon- und Netzdienstleistungen von den jeweiligen Staatsbahnen ein. Hierdurch entsteht eine gewisse Abhängigkeit von einem oder wenigen Dienstleistern. Um die gegensätzlichen Interessenlagen zu harmonisieren, stehen die Intermodalgesellschaften in regelmäßigem Austausch mit den zum Teil in die Gesellschafterkreise eingebundenen Staatsbahnen. Von den Intermodalgesellschaften werden vorsorglich gezielte Kundenbindungsmaßnahmen zum Aufbau von Alleinstellungsmerkmalen ergriffen. Bei allen Bahnoperateuren besteht dauerhaft die Gefahr, dass die Staatsbahnen überhöhte Nutzungsentgelte erheben.

In den anlagenintensiven Gesellschaften besteht das Risiko, dass ein Ausfall von zentralen technischen Anlagen die Leistungserstellung behindert. Die Nichtverfügbarkeit der Anlagen kann in Abhängigkeit von der Länge des Ausfalls zu Umsatzeinbußen und zusätzlichen Kosten der Leistungserstellung führen. Vorbeugende Instandhaltung, Bereitschaften/Stördienste sowie redundant vorgehaltene Anlagen, wie z.B. Rechenzentren und Trafostationen, reduzieren das Risiko deutlich. In den Konzerngesellschaften wird durch regelmäßige Kontrollgänge und Tests versucht, mögliche Defizite frühzeitig zu erkennen.


FINANZRISIKEN

Die Begrenzung der finanzwirtschaftlichen Liquiditätsrisiken erfolgt u.a. dadurch, dass die HHLA zentral die Finanzierung der Konzerngesellschaften verantwortet. Die Finanzierung der direkten Beteiligungen, bei denen die HHLA die unternehmerische Führung ausübt, wird durch die HHLA im Rahmen eines Cash-Poolings sichergestellt, gesteuert und überwacht. Die Liquidität der übrigen Konzernbeteiligungen ist z.B. durch Einbezug in das Konzernclearing, eigene Kreditlinien oder Kreditlinien der HHLA gewährleistet.

Im Rahmen der Fremdfinanzierung bestehen für einzelne Konzerngesellschaften Kreditauflagen (Covenants), die an bilanzielle Kennzahlen gebunden sind. Ein Verstoß gegen diese Auflagen berechtigt den jeweiligen Kreditgeber, zusätzliche Sicherheiten, eine Anpassung der Konditionen oder die Rückzahlung des Kredits zu verlangen. Zur Vermeidung derartiger Maßnahmen überwacht die HHLA laufend die Einhaltung der Covenants und leitet bei Bedarf Maßnahmen ein, um die Erfüllung der Kreditbedingungen sicherzustellen. Das entsprechende Kreditvolumen betrug zum 31. Dezember 2009 94 Mio. €. Im Berichtsjahr wurden die Kreditauflagen zu allen vereinbarten Prüfungszeitpunkten erfüllt.

Bei der Anlage liquider Mittel, die in der Regel als Tages- oder Termingeld erfolgt, beschränkt sich die HHLA derzeit auf Anlagen bei inländischen Finanzinstituten, die vollständig durch einen Einlagensicherungsfonds oder eine vergleichbare Einrichtung abgesichert sind. Aufgrund der Tatsache, dass die HHLA nur Geschäfte mit Instituten sehr guter Bonität eingeht, und vor dem Hintergrund staatlicher Maßnahmen zur Stärkung der Finanzwirtschaft kann das Ausfallrisiko als gering angesehen werden.

Um das Ziel zu erreichen, das Zinsrisiko sowie in geringem Umfang das Währungs- sowie das Rohstoffpreisrisiko zu reduzieren, werden im HHLA Konzern derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Zinsänderungsrisiken werden dazu durch den Einsatz von Zinsderivaten und den Abschluss von Festzinsvereinbarungen weitgehend abgesichert. Spekulative Sicherungsgeschäfte werden nicht durchgeführt. Das Ausfallrisiko aus den derivativen Finanzinstrumenten besteht theoretisch im Ausfall eines Vertragspartners und entspricht daher den Buchwerten der jeweiligen Finanzinstrumente. Das Risiko eines Ausfalls kann als minimal eingeschätzt werden, da der HHLA Konzern derivative Finanzgeschäfte nur mit Adressen erstklassiger Bonität eingeht. > siehe auch Anhang, Textziffer 46.

Schwerpunkt der Leistungserbringung der HHLA ist der Euroraum und damit die weitgehende Fakturierung der erbrachten Leistungen in Euro. In den Segmenten Logistik und Intermodal werden grenzüberschreitende Leistungen erbracht, darüber hinaus wird in der Ukraine ein Containerterminal betrieben. Auch hier erfolgt eine weitgehende Fakturierung in Euro bzw. euro- oder us-dollarbasiert. Währungs- oder Transferrisiken bestehen daher insbesondere durch Kursschwankungen der osteuropäischen Währungen, wobei insbesondere die ukrainische Landeswährung Hryvnia stark unter Druck steht. Währungsrisiken konkretisieren sich zumeist in den osteuropäischen Konzerngesellschaften im Rahmen der Umrechnung von Euro-Fremdfinanzierungen. Sämtliche HHLA Gesellschaften, die mit Fremdwährungen operieren, reduzieren das Risiko eintretender Währungsschwankungen durch regelmäßige Kursüberwachungen sowie ggf. durch den Transfer von freier Liquidität in Lokalwährung auf Hartwährungskonten.

Der Einbruch der Weltwirtschaft hat auch unsere Kunden stark unter Druck gesetzt. Ohne nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft und ein Ansteigen der Frachtraten verschlechtert sich die Liquiditätssituation der Reeder zunehmend. Zwischenzeitlich steigt die Anzahl der Reeder, die auf staatlich garantierte Rettungspakete angewiesen sind. Kundeninsolvenzen sind im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld nicht auszuschließen. Die mögliche Insolvenz eines Reederkunden der HHLA könnte neben dem Verlust des offenen Forderungsbestands zur Übernahme von Ladungsvolumen durch Reeder, die nicht Kunden der HHLA sind, führen. Die Internationalität der Kunden des HHLA Konzerns erfordert es, sich den globalen Gepflogenheiten im Zahlungsverkehr anzupassen. So gewährt auch der HHLA Konzern im Rahmen seiner Geschäftsbeziehungen Lieferantenkredite. Die HHLA geht jedoch Geschäftsbeziehungen auf Kreditbasis ausschließlich nach erfolgter Bonitätsprüfung ein.

Zur Reduzierung des Ausfallrisikos betreibt die HHLA ein aktives Forderungsmanagement, das ein genaues Monitoring der Forderungen ermöglicht. Zudem wird die Bonität der Kunden verfolgt, um ggf. frühzeitig die Leistungserbringung entsprechend anpassen zu können. In einzelnen Gesellschaften werden bedarfsorientiert Kreditversicherungen abgeschlossen.


Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen

Die Erbringung von Hafendienstleistungen ist seit vielen Jahren im Fokus der Rechtsetzung auf europäischer Ebene. Ziel der bisherigen Überlegungen der EU waren die Öffnung des Marktes für Hafendienstleistungen sowie die Errichtung eines gemeinschaftsweit gültigen Rechtsrahmens für deren Erbringung. In den kommenden Jahren wird daher mit weiteren EU-Richtlinien und deren Umsetzung in nationales Recht gerechnet.

PERSONALRISIKEN

Qualifiziertes Personal ist die zentrale Basis für die Handlungsfähigkeit der HHLA. Daher existieren Einzelrisiken resultierend aus der Fluktuation von Leistungsträgern, der Altersstruktur der Belegschaft sowie dolosen Handlungen durch Mitarbeiter. Für die Entwicklung und Beurteilung von Führungskräften wird ein standardisiertes Verfahren eingeführt, um gezielt Potenziale erkennen und Nachfolgeregelungen sicherstellen zu können. Durch eine zentrale Personalauswahl und systematische Sicherungsmaßnahmen, wie z.B. das Vier- Augen-Prinzip bei Zahlungen, wird dolosen Handlungen entgegengewirkt.

Der sich aus dem Mengenrückgang ergebenden Unterbeschäftigung begegnet die HHLA mit der Reduzierung von Überstunden, dem Abbau externer Mitarbeiter sowie dem Ausbau von Altersteilzeit. Was in den Zeiten des Booms aufgrund des hohen Arbeitsanfalls nicht immer im gewünschten Umfang möglich war, kann nun mit intelligenten Konzepten nachgeholt werden: Qualifizierungsmaßnahmen in der Kombination mit Kurzarbeit erzielen eine nachhaltige Verbesserung der beruflichen Perspektiven der betroffenen Mitarbeiter und steigern damit das Qualifikationsniveau der gesamten Belegschaft. Derzeit befinden sich rund 420 Mitarbeiter in Qualifizierungen mit einer Dauer bis zu 18 Monaten. Diese Maßnahmen wurden in enger Zusammenarbeit mit der Hamburger Agentur für Arbeit sowie Weiterbildungsträgern entwickelt. Besonderer Wert wurde dabei auf maßgeschneiderte Programme gelegt, die aktuelle und künftige Anforderungen der Hafenlogistik berücksichtigen.

IT-RISIKEN

Im Rahmen der Kapazitätserweiterung der Terminals wurden größere Investitionen in Hard- und Softwarekomponenten getätigt. Durch die fortschreitende Automatisierung der Prozesse, die weitere Integration von Kunden und Dienstleistungsunternehmen in die organisatorischen Abläufe und den damit verbundenen ansteigenden Datenaustausch wird die Verfügbarkeit der IT-Systeme zunehmend wichtiger. Durch das parallele Vorhalten zentraler Komponenten, wie z.B. des Ausweichrechenzentrums, und ein eingerichtetes Störfallmanagement kann die Eintrittswahrscheinlichkeit von Betriebsunterbrechungen deutlich reduziert werden. Eine Richtlinie zur IT-Sicherheit gibt den verantwortungsvollen Umgang mit IT-Technik vor und dient der Vorbeugung von IT-Sicherheitsverletzungen.

SONSTIGE RISIKEN

Alle Umschlaganlagen des HHLA Konzerns gewährleisten ein Höchstmaß an Schutz für Schiffe und Hafenanlagen vor potenziellen terroristischen Anschlägen. Der 2004 in Kraft getretene International Ship and Port Facility Security Code (ISPS-Code) wird erfüllt.

Generell wird weltweit eine weitere Verschärfung der Sicherheitsrichtlinien in der Seeverkehrswirtschaft angestrebt. Derartige Maßnahmen würden zu Mehrkosten führen, die ggf. nicht vollständig zu kompensieren oder aufgrund des Wettbewerbs nicht anderweitig auszugleichen sind. Die HHLA macht im Zuge der Verbands- und Öffentlichkeitsarbeit ihre Position deutlich.

Aufgrund vertraglich vereinbarter Preisgleitklauseln in Mietverträgen für Kaimauer- und Flächenmieten ist in den kommenden Jahren mit einer Anhebung des Mietzinses zu rechnen. Beim Ausbau der Containerterminal-Kapazitäten kann es zu weiteren baulichen Auflagen im Rahmen von Planfeststellungsverfahren kommen. Diese können insbesondere den Bereich des Umwelt- und Immissionsschutzes betreffen. Zusätzlich besteht ein generelles Risiko weiterer Auflagen bei nicht vorhersehbaren nachteiligen Auswirkungen des Vorhabens.

Aufgrund der baulichen Gegebenheiten und des wassernahen Betriebs der Hafenanlagen und Gebäude der HHLA ist von einem Sturmflutrisiko auszugehen. Die Maßnahmen zum Hochwasserschutz der HHLA und der Freien und Hansestadt Hamburg haben in den letzten Jahren jedoch zu einer deutlichen Verringerung dieses Risikos geführt. Für den Fall des Risikoeintritts gibt es umfangreiche Notfallprogramme der Behörden und Hafenunternehmen, um mögliche Schäden gering zu halten. Zudem sind die zu erwartenden Sachschadenansprüche Dritter über eine Haftpflichtversicherung abgedeckt.

Der HHLA Konzern ist derzeit über den von ihm in Odessa, Ukraine, betriebenen Container Terminal sowie in Polen und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas betriebene Bahnterminals im Ausland aktiv. In einigen Teilen dieser Länder herrschen im Vergleich zu Westeuropa unterschiedliche Rahmenbedingungen und eine geringe politische, volkswirtschaftliche und rechtliche Stabilität. Aus diesem Grund ist der HHLA Konzern einer Reihe von Faktoren ausgesetzt, die er nicht ohne Weiteres beeinflussen kann und die eine Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit in diesen Ländern haben könnten. Insbesondere kann nicht ausgeschlossen werden, dass die vom Terminal in Odessa erwirtschafteten Gewinne aus politischen oder rechtlichen Gründen nicht oder nicht vollständig an die HHLA ausgeschüttet werden können.

Über die genannten Risiken hinaus sind keine weiteren wesentlichen Risiken erkennbar oder sie sind durch Versicherungen weitgehend abgedeckt.

GESAMTDARSTELLUNG DER CHANCEN UND RISIKEN

Die Gesamtrisikoposition des HHLA Konzerns wird im Wesentlichen durch die Unsicherheiten aus der weiteren weltwirtschaftlichen Entwicklung, den strategischen Risiken und Marktrisiken bestimmt.

Die identifizierten Risiken haben weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit einen existenzbedrohenden Charakter. Auch für die Zukunft sind aus heutiger Sicht keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden.

Der Hamburger Hafen ist durch seine geografisch günstige Lage die maßgebliche internationale Drehscheibe für den see- und landgebundenen Containertransport nahe der deutschen Nordseeküste mit hervorragenden Hinterlandanbindungen an die Volkswirtschaften in Mittel- und Osteuropa sowie in den Ostseeraum. Daraus ergibt sich bei rechtzeitiger Realisierung der geplanten Fahrrinnenanpassung der Elbe für die HHLA die Möglichkeit, ihre Wettbewerbsposition zu behaupten. Über den Containerumschlag wird davon auch das Segment Intermodal profitieren. Die Verlagerung des Containerverkehrs vom Lkw auf die Schiene könnte in der Zukunft durch neue umweltpolitische Maßnahmen forciert werden. Darüber hinaus prüft die HHLA laufend, inwieweit sich ihr strategisch vorteilhafte Akquisitions- oder Beteiligungsmöglichkeiten bieten.

Soweit keine protektionistischen Entwicklungen dem Welthandel entgegenwirken, wird auch zukünftig die internationale Arbeitsteilung bei der Produktion von Konsum- und Investitionsgütern fortbestehen. Die Einbindung des Hamburger Hafens in den globalen Warenaustausch verschafft der HHLA die Chance, unmittelbar von einer Erholung der Weltwirtschaft zu profitieren. Experten sehen die Voraussetzungen hierfür aufgrund der entschlossenen Reaktion der Politik und der Notenbanken, der fortschreitenden Stabilisierung der Finanzmärkte, der voraussichtlich wieder wachsenden Weltwirtschaft sowie der noch niedrigen Inflationsgefahr grundsätzlich als gegeben.