Arbeit und technische Anlagen im Hafen haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Diesen Wandel haben wir für Sie in Damals/Heute-Bildern festgehalten.
Wiederaufbau und Nachkriegszeit
1943/44: Im Zweiten Weltkieg wurden vor allem während der Luftangriffe im Sommer 1943/44 über 50 Prozent der Speicherstadt zerstört. Der anschließende Wiederaufbau konzentrierte sich zunächst auf die Kaianlagen, um den Warenumschlag zu gewährleisten, erst danach wurden die Speicher instand gesetzt.
1946-1967: Die Speicherblöcke A, B, C, J, K, M sowie der östliche Teil von Block O waren fast vollständig ausgebrannt oder vernichtet. Die Blöcke A, B, C und J wurden nicht wieder aufgebaut. An ihrer Stelle befindet sich heute das Hanseatic Trade Centre. Unter dem Architekten Werner Kallmorgen und der Bauleitung der HHLA konnte jedoch der größte Teil der Speicher erhalten und restauriert werden, teilweise allerdings nur die Fassaden (Block M). Block D, E und L waren lediglich im oberen Teil gering beschädigt und wurden detailgetreu rekonstruiert. Der soliden Bauweise und den vielen Brandmauern in den einzelnen Speicherböden ist es zu verdanken, dass überhaupt einige Speicher vor dem Ausbrennen bewahrt wurden. Beim Wiederaufbau wurden die vorhandenen Holzpfahlgründungen überall wieder verwendet, da die Holzqualität der 75 Jahre alten Gründungen noch einwandfrei war.
1952/53: Unter den neuen Bürohäusern ragen das Freihafenamt Bei St. Annen 2 (1952/53) und Block T am Alten Wandrahm (1967) heraus, deren streng gegliederten Backsteinfassaden beispielhaft sind für Werner Kallmorgens Bestreben, die Hamburger Bautradition mit modernen Mitteln wiederzubeleben.
1960: Bis zur Einführung des Containers in den 1950er Jahren und die darauf zurückführende Umstrukturierung des Hamburger Hafens, waren Quartiersleute und Schiffsausrüster mit ihrer Tätigkeit in der Speicherstadt bestimmend. Die aufwendige Lagerung der Waren ist jedoch teurer und lohnt nicht für Massengüter. Zahlreiche traditionelle Nutzer mussten ihre Unternehmen aufgeben oder verlagern.
1980: Anfang der 1980er Jahre hatte ein erheblicher Strukturwandel die Speicherstadt erfasst. Das Vordringen des Containers revolutionierte den Hafen und die Lagerlogistik, der konventionelle Stückgutverkehr verlor seine Bedeutung. Der wasserseitige Schutentransport, der bereits seit den 60er Jahren kontinuierlich zurückging, kam vollständig zum Erliegen. Traditionelle Lagergüter, wie etwa Kaffee oder Kakao, wurden zunehmend lose in Containern befördert. Doch in den 1980er Jahren entwickelte sich die Speicherstadt zum weltgrößten Lager- und Handelsplatz für Orientteppiche. Die Teppichhändler arbeiten auf ähnliche Weise (Windentechnik) wie die traditionellen Nutzergruppen, ihre Ware an der Straßenseite durch LKWs an- und abgeladen.
1991: Am 15. Mai 1991 wurde das gesamte Gebiet der Speicherstadt, ausgenommen die Kehrwiederspitze, in ihren historischen Grenzen zum Baudenkmal erklärt. Dies schloss sowohl historische als auch Bauten der Wiederaufbauphase und Freiflächen ein. In der Verordnung über den Denkmalschutz heißt es: "das Gebiet wird mit seinen Gebäuden nebst Zubehör, den Grundstücksflächen, den dazugehörigen Straßenflächen, mit dem darin eingeschlossenen Wasser führenden Kanälen und Becken und sonstigen mit ihnen ein Bild darstellenden Sachen und Sachteilen dem Schutz des Denkmalschutzgesetzes untergestellt." Durch die gesetzlichen Bestimmungen sind die Gebäude und Außenräume denkmalgeschützt und daher nur eingeschränkt beplanbar. Baufluchten müssen entlang der Fleete erhalten und Kaimauern historisch saniert werden. Es sind keine Dach-, Fassaden- oder Hofbegrünungen zulässig, nur wenige ausgesuchte Bäume, die auch in der historischen Speicherstadt zu finden waren, sind ausgewiesen.
DRUCKEN